Willkommen

Wer durch das schmiedeeiserne, goldene Tor zwischen den beiden Wohnhäusern an der Bertramstraße die Kornbrennerei betritt, steht in einem begrünten Innenhof mit weißen Fassaden, Skulpturen und einer großen Eiche als Blickfang. Wer weitergeht, gelangt in einen zweiten lichtdurchfluteten Innenhof mit einigen Studios und Ateliers. Tische mit Stühlen und Bänke neben Olivenbäumen, Kiwi- und Oleanderbüschen laden als Treffpunkt ein. „Unter allen Dächern“ leben hier Künstler*Innen und Designer*Innen inmitten einer bunten Mischung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Berufe.

AKTIONEN / AKTUELLES

Titelbild

Signal-Rausch-Verhältnis

Die Ausstellung Signal-Rausch-Verhältnis zeigt die Facetten grafischer Informationsübertragungen, deren Verfälschung und Wahrnehmung. Von binären Systemen wie Schwarz und Weiß, Setzung und Auslassung, bis hin zu Graustufen wird ausgelotet, wo in der Sphäre der Grafik Information zu verorten ist. Die Störung des Abdrucks oder des Strichs auf dem Bildträger gibt den Mitteln ihre gegenseitige Kontur –…

Buchpräsentation

Einladung zur Buchpräsentation

Letzte Spur Algarve mit Carolina Conrad, alias Bettina Haskamp Freitag, 04.10.2019 19:30 Uhr Im Kulturbunker Hannover Bunnenbergstr.16a 30165 Hannover Mord unter der Sonne Portugals … Auf einem abgelegenen Gehöft in der Algarve wird die Leiche einer Tierschützerin gefunden – unter den Hufen ihres Pferdes. Ein Unfall? Nein, meint Kommissar João Almeida. Doch mit seiner Mordtheorie…

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Artiges ZINNOBER

Ein heißes ZINNOBER-Wochenende ist gerade vorbei. In der Kornbrennerei bekamen die Besucher tolle Einblicke in die Ateliers, Livemusik, Performance, Künstlergespräche, die mit leckeren Kaltgetränken abgerundet wurden. Im überdachten Innenhof war Samstag und Sonntag die ZINNOBERTafel gedeckt mit feinen Multiples der Kornbrennerei-Künstlerinnen und Künstler. Der Büchertisch, auf dem Kunstkataloge und Informationen auslag, war auch beliebt. Unter…

KÜNSTLER / KREATIVE

HISTORIE

Die Kornbrennerei August Schmidt wurde 1878 in der Bertramstraße in Hannover – Hainholz gegründet. Nach dem Konkurs der Firma erwarb Siegfried Neuenhausen die Hainhölzer Schnapsfabrik, um dort mit anderen Künstler*Innen zu leben und zu arbeiten. Im Lauf der Jahrzehnte wurden marode Gebäude saniert, aufgestockt und Dächer erneuert. Neben neuen Wohnungen entstanden Ateliers. Die ersten Künstler*Innen waren Absolventen der Braunschweiger Kunsthochschule, wo Neuenhausen lehrte. Nach und nach entwickelte sich ein reger Kunstbetrieb in der Kornbrennerei. Gemeinsame Ausstellungen zeigen bis heute die Vielfalt der künstlerischen Produktion. Der Stadtteil Hainholz mit seinem Gemisch aus einheimischen und vielen Migranten stand von Anfang an im Fokus künstlerischer Überlegungen. Inzwischen ist es so: Wer in Hannover über Hainholz spricht, denkt an einen künstlerisch geprägten Stadtteil. Legendär sind die Sommerfeste „Unter allen Dächern“.

Usch Jakobi und Bernd-Wolf Dettelbach organisierten von der Kornbrennerei aus im Gefängnis in Hainholz ein umfangreiches Skulpturen-Projekt mit Gefangenen. Es entstanden viele große Steinskulpturen, von denen einige im Parkareal vor dem Kulturhaus stehen.

Siegfried Neuenhausen

Die Bilderwand Bertramstraße – Kornbrennerei entstand als vielgliedrige Installation von Kunst im öffentlichen Raum. An der 80 Meter langen und 6 Meter hohen Industriewand der Firma VSM entlang der Bertramstraße sind Kunstwerke von folgenden Künstler*Innen zu sehen: Tony Cragg, Astrid Klein, Günther Uecker, Johannes Brus, Rob Scholte, Siegfried Neuenhausen, Jochen Gerz, Gerd Winner, C.O.Paefgen, Felix Droese, Gerhard Merz, Timm Ulrichs, Rüdiger Barharn und Ulla Lauer.

Siegfried Neuenhausen führt im Gefängnis Hainholz das Skulpturen-Projekt „Bauarbeiter“ durch. Gefangene bauten unter Mitarbeit von Bernd-Wolf Dettenbach und Nadia Peter eine Gruppe lebensgroßer, farbiger Holzskulpturen.

In Hainholz beginnt die Sanierung des Stadtteils. Im Rahmen dieser Sanierung schuf Neuenhausen in Zusammenarbeit mit Bewohner*Innen des Stadtteils eine Reihe großformatiger keramischer Skulpturen und Reliefs für den öffentlichen Raum.

Als erstes Werk ist die Hainholz-Stele entstanden, eine 8 Meter hohe Keramikskulptur, eine plastische Bildgeschichte, unter Mitwirkung von 40 im Stadtteil lebenden Menschen.

Hainholz-Stele, eine 8 Meter hohe Keramikskulptur

Einen Sommer lang wehten „Fahnen für Hainholz“. 20 professionelle Künstler*Innen, einige Laien und Schüler der Grundschule in Hainholz machten mit. Eine eigene Nähwerkstatt wurde für das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter gegründet.

Als zweites Skulpturen-Projekt entstanden die beiden Figurinen „Dame und König“, zwei 3,80 und 4 Meter hohe Keramikskulpturen, die den südlichen Stadtteil-Zugang auf einem neu gestalteten Platz markieren. Zudem entstand

  • die keramische Bodenarbeit „Sieben Artikel des Grundgesetzes“.
  • 74 keramische Selbstporträts von Menschen des Stadtteils, jung und alt, aus vielen Nationen. Zu sehen sind die Porträts heute neben dem Kulturhaus Hainholz.
  • „Hainhölzer Schuhe“, farbige Reliefs, ebenfalls gestaltet von Bewohner*Innen des Stadtteils für zwei Bänke auf dem Figurinen-Platz.

Das Projekt wurde 2011 mit dem Innovationspreis des Fonds Soziokultur ausgezeichnet und in verschiedenen Ausstellungen präsentiert.

Als drittes Skulpturen-Projekt entstanden die „Straßenbahn-Skulpturen“. Die beiden 10 Meter hohen mit Stahlträgern kombinierten keramischen Elemente stehen am Hainhölzer Markt auf beiden Seiten der Schulenburger Landstraße. Diese Skulpturen entstanden unter Mitarbeit von Hainhölzer Frauen. All diese Skulpturen-Projekte wurden in Kooperation mit dem Verein „Hainhölzer Kulturgemeinschaft“ und der Keramikwerkstatt der Braunschweiger Kunsthochschule realisiert.

Folgende Kornbrennerei Künstler*Innen arbeiteten mit:

Ulla Lauer, Gabriele Marx, Claus Ziemens, Claudia Kudlinski, Della, Sun-Rae Kim, Bong-Kil Kim, Gerd Schmidt Vanhove. Markus Neuenhausen entwickelte Werkzeuge und Arbeitsmethoden für die Herstellung der großformatigen Skulpturen.

Straßenbahn-Skulpturen

Siegfried Neuenhausen schuf mit ausrangierten roten Baumarkt-Einkaufswagen für den alten Hainhölzer Bahnhof die Wandskulptur „0% auf Alles“.

In diesem Jahr fand auch zum ersten Mal „Hainholz Classics“ in der Kornbrennerei während des Kultursommers statt. Ein Bläser-Ensemble der Musikhochschule Hannover und der Tonhalle gaben ein fulminantes Konzert vor über 100 Zuhörern im Innenhof.

Die Kornbrennerei wurde 35 Jahre alt, Anlass für ein rauschendes Fest mit über 150 Gästen. Künstler*Innen öffneten ihre Ateliers und gewährten Einblick in ihre Arbeit.